Es war noch heißer als in den letzten Tagen. Der durch meine Schritte aufgewirbelte Straßenstaub setzte sich auf meiner Haut ab. Ein Königreich für einen Whiskey. Nein! Ich musste klar bleiben. Heute war es so weit, der Zeitpunkt der Vergeltung rückte näher und näher. Irgendwo bellte ein Hund, dann Stille. Die Sonne stand noch nicht ganz im Zenit, noch hatte ich Zeit mich auf das Zusammentreffen vorzubereiten.
Die Temperatur stieg von Minute zu Minute an, wie in einem Kessel, der erhitzt wird. Unerträglich. Die Luft stand quasi still, kein Wind wehte durch die Hauptstraße. Mein Blick auf die Uhr ließ mich zusammenzucken, nicht mehr lange. Gleich würde er auf diesem Weg in die Stadt reiten, bewaffnet bis an die Zähne. Und ich müsste mich ihm stellen. Kein Weg führte daran vorbei. Meine innere Anspannung wuchs und wuchs.
Dann sah ich in. Erst war es nur ein schwarzer Punkt am Horizont, dann nahm der Punkt langsam Gestalt an. Auf einem schwarzen Pferd kam er unaufhaltsam näher. Panik drohte in mir auszubrechen, doch ich konnte sie unterdrücken. Mit einer Schrotflinte an der Seite, einem alten Hut auf dem Kopf und geschmückt mit den unbezahlten Rechnungen seiner besiegten Widersacher stand er schließlich vor mir: El Rodrigo Schwark, der gefährlichste Kaufmann im Wilden Westen.